Gebt Tierheimhunden ein Zuhause

MALA erzählt: Das ist gerade noch mal gut gegangen

Hallo liebe Leute,

eigentlich wollte ich jetzt mal eine Berichtspause machen, nachdem ja unser neuer Hausgenosse Woodstock hier gut angekommen ist und sich die familiäre Situation wieder harmonisch und unbeschwert genießen lässt.

Aber das Leben ist ja wirklich manchmal wie eine Achterbahnfahrt. Kaum denkt man, es ist alles ruhig und geregelt, kommt neue Aufregung dazu. Diesmal wurde das aber nicht von unserem Frauchen angezettelt… Ganz im Gegenteil unser Frauchen und wir alle hätten auf diese Art von Aufregung gerne verzichtet.

Eigentlich war ja, wie schon gesagt, alles bestens. Woodstock betrug sich auch uns Mädels gegenüber höflich und freundlich, das Herbstwetter zeigte sich von seiner besten Seite. Es gab viele, lange, gemütliche Schnuffel-Buddel-Spaziergänge und ausführliche Garteninspektionen lohnten sich jetzt in der Fallobstzeit auch ungemein. Und unsere täglichen Erholungsphasen verbrachten wir wohlig-entspannt auf unseren Lieblingsplätzen: Woodstock und ich in unseren Hundebetten und Gina auf ihrer Couch.

Und gerade in so einer völligen Relax-Phase passierte es: Gina rutschte sozusagen im Schlaf von ihrer Couch auf den Boden und kam nicht mehr auf die Beine! Egal wie sie ruderte und krabbelte, weder das Hinterteil noch das Vorderteil kamen vom Teppich hoch. Frauchen, Woody und ich standen fassungslos davor und konnten einfach nicht glauben, was wir da sahen.

Was war los, was war passiert? Eben war doch noch alles wie immer und warum bot Gina jetzt solch ein Bild des Jammers? Ich wurde ganz aufgeregt und stupste Frauchen an, dies jetzt bitte ganz schnell wieder in Ordnung zu bringen. Aber auch wenn Frauchen Gina auf die Beine half, konnte diese nur bebend und schwankend für einige Sekunden stehen, um dann wieder völlig zusammenzubrechen. Dabei zitterte sie und hechelte ganz stark und ihre Augen rollten flackernd hin und her, sodass man das Weiße sah. Es war wirklich beängstigend. Dann begann Gina auch noch zu würgen und zu brechen und wurde ganz panisch und hektisch und ich wünschte mir nur ganz fest, dass das alles einfach nicht wahr ist und ich aus diesem Alptraum bald aufwache. Dies Häufchen Elend konnte doch nicht meine starke, gute, alte Gina sein.

Frauchen stürzte sofort zum Telefon und ganz bald kam unsere neue Hundemedizinfrau und schaute sich Gina an. Die hatte sich mittlerweile irgendwie in den Garten geschleppt und lag völlig fertig unter einem großen Rhododendronbusch. Die Hundemedizinfrau machte ein besorgtes Gesicht und schaute Gina tief in die Augen. Ich stand natürlich ganz dicht daneben, damit meiner Gina ja von dieser Seite her nichts passiert. Daher hörte ich genau was diese Frau sagte: „Schlaganfall“ und da war sie sich sicher.

Aber sie erklärte Herrchen, Frauchen (und mir) auch, dass sich viele Hunde wieder davon erholen und dass es aber auch länger dauern könnte, bis man das für Gina genau sagen könnte. Dann zeigte sie noch, wie die Menschen Gina beim Laufen helfen können, welche Tabletten Gina jetzt einnehmen soll und natürlich gab es auch – wie eigentlich immer, wenn die Hundemedizinfrau kommt – eine Spritze.

Ein wenig beruhigter waren wir alle jetzt schon: das unheimliche Geschehen hatte einen Namen und es gab eine Prognose, die hoffen lies. Aber die nächsten Stunden ging es Gina einfach nur schlecht. Sie versuchte immer wieder auf die Beine zu kommen, manchmal gelangen ihr auch ein paar schwankende Schritte, aber dann brach sie doch wieder zusammen. Sie zitterte, sie würgte, sie erbrach und nachdem Herrchen und Frauen sie in ihr Hundebett gebracht hatten, lag sie da platt und so erschöpft, als ob sie nie mehr aufstehen wollte. Die erste Nacht nach dem Schlaganfall hat sie dann auch einfach durchgeschlafen.

Am nächsten Tag ging es ihr zumindest nicht schlechter, sie war ruhiger geworden und lag viel. Am Morgen hatte Frauchen sie in den Garten gebracht und sie konnte Pipi machen. Ein paar Häppchen gegessen hatte sie auch. Nur das mit dem Trinken schien schwierig zu sein, sodass Frauchen ihr Wasser direkt mit einer Spritze ins Maul tröpfelte. Ich war die ganze Zeit sehr besorgt, das ist ja wohl klar und ich versuchte immer wieder Gina zu motivieren aufzustehen, indem ich sie anstupste, ihr Zuspruch gab und vor ihr kleine Tänzchen aufführte. Frauchen und Herrchen meinten manchmal, dass ich das nicht so dolle machen soll, weil Gina jetzt einfach Ruhe braucht. Woodstock warf Gina nur mal ab und an einen fragenden Blick zu, ansonsten hielt er sich raus.

Er versuchte lobenswerter Weise auch nicht ihre Schwäche auszunutzen, obwohl er in der Vergangenheit ja so manche Rechtsfrage mit Gina zu klären hatte. Woodstock tat so wie immer und bestand auch auf den normalen Tagesablauf. Im Punkto Mahlzeiten tue ich das natürlich auch, das wird niemanden, der mich besser kennt, verwundern. Aber zum Spaziergang konnte mich keiner bewegen, da halfen auch keine Kekse, kein Zureden und keine Leine: Nicht ohne meine Gina! Und schon gar nicht, wenn es ihr so schlecht geht! Aber auch entweder Herrchen oder Frauchen waren immer in Ginas Nähe, damit sie helfen konnten, wenn Gina aufstehen wollte oder sie beruhigen, wenn sie Panik bekam, weil die Welt auf einmal für sie so irritierend fremd geworden war. Frauchen kochte dann noch das absolute Hundelieblingsessen: Hühnersuppe mit Reis und bot ihr das bestimmt 5-mal am Tag in kleinen Portionen an.

An dieser Stelle war ich richtig ein bisschen neidisch, denn ich bekam diesmal nix davon ab. Aber Gina gönne ich das natürlich und obwohl sie wohl immer wieder auch mal ein bisschen gebrochen hat, nahm sie die Suppe anscheinend gerne.

Zum Glück konnte man dann am nächsten Tag schon sehen, dass es mit Gina bergauf ging. Sie kam ganz alleine und ohne Hilfe aus ihrem Hundebett hoch und unternahm kleine wackelige Mini-Ausflüge in den Garten. Das Augenflackern wurde weniger und es war ihr wohl auch nicht mehr so schlecht. Obwohl sie immer noch die meiste Zeit des Tages verschlief, spürte ich doch, dass sie auf den Weg zurück ins normale Hundeleben war.

Und bis jetzt geht es ihr auch Tag für Tag besser: Manchmal wedelt sie wieder freundlich mit dem Schwanz, wenn sie Herrchen, Frauchen oder mich sieht. Sie geht häufiger und länger in den Garten, auch wenn das Laufen eher ein zielgerichtetes Schwanken ist und sie immer wieder zwischendurch Erholungspausen einlegen muss. Sie kommt auch schon zu den Futterzeiten alleine zum Fressnapf. Frauchen hält den dann in der richtiger Höhe und Position, damit Gina sich beim Fressen nicht so anstrengen muss, denn irgendetwas ist auch mit dem Nacken passiert: sie hält jetzt den Kopf immer ganz fragend schräg. Ist aber gar nicht schlimm, finde ich, sieht sehr charmant aus.

Von hier aus möchte ich doch alle, die das lesen bitten: alle Pfoten drücken, dass Gina wieder ganz die Alte wird

und wenn Hunde mal krank sind nicht gleich aufgeben, sondern Geduld haben und es auch aushalten können, dass die Genesung länger dauert und vielleicht kleine Handicaps oder individuelle Besonderheiten zurückbleiben. So, jetzt leg ich mich noch ein bisschen zu Gina und helfe ihr beim Kräftesammeln.

 Das ist meine wunderbare Gina!!!

Viele Grüße Eure MALA