Gebt Tierheimhunden ein Zuhause

Hallo liebe Leute,

erstmal vielen Dank für all die Nachfragen, wo denn neue Geschichten von mir bleiben!

Aber… die Lust am Plaudern ist mir eigentlich jetzt schon seit Wochen abhanden gekommen. Genaugenommen, seitdem meine wunderbare GINA nicht mehr bei uns ist.

Eigentlich habe ich ja schon immer gewusst, dass auch meine GINA nicht ewig leben wird und eigentlich war es ja schon seit vielen Futterzeiten so, dass sie immer mehr ihre Ruhe brauchte.
Das war auch gar kein Problem für mich, denn um bei GINA zu sein, habe ich gerne auf lange Spaziergänge verzichtet. Auch wenn wir nur noch so kleine Rundgänge in unserem Hausrevier miteinander unternommen haben und sie gaaanz, gaaanz lange gebraucht hat, um von einer Ecke zu anderen zu kommen… kein Problem für mich, dann habe ich eben auch getrödelt, geschnuffelt und jedes Zenzimeterchen unter meinen Pfoten genau abgesucht.
Den Rest des Tages lagen wir meist gemeinsam im Körbchen und nur zu Futterzeiten wurde GINA dann noch so richtig lebhaft und munter. Da war sie wieder ganz meine alte, vertraute Gefährtin.

Und auch noch in den letzten Monaten hat sie ihre Aufgabe ihr Rudel gegen Feinde zu verteidigen sehr, sehr ernst genommen. Obwohl jede auch noch so kleine Spaziergehrunde für sie echt anstrengend war, hat sie es sich z. B. nicht nehmen lassen, die Hündin von unserem Oberförster, die ihr plötzlich und unerwartet im Weg stand, noch mal zahngreiflich in den Senkel zu stellen… Oder sagen wir mal zumindest hat sie es versucht, allerdings ist ihr dann kurz bevor sie Dina am Kragen packen konnte, das unzuverlässige Hinterteil weggeklappt, sodass sie nur noch in die Luft schnappen konnte. Ich habe dann aber all meinen Mut zusammengenommen und Dina tüchtig in ihren Popo gezwickt, bevor die auf die Idee kommen konnte, GINAs missliche Lage auszunutzen. Dann kam aber zum Glück Frauchen und hat uns drei Damen auseinander sortiert, denn ich weiß nicht, wie das sonst ausgegangen wäre.

Aber meist war es in den letzten Monden ruhig und behaglich mit GINA und meinetwegen hätte es auch gerne noch immer weiter so gehen können. Der LUCA-Junge war ja ständig mit Frauchen oder Herrchen unterwegs, aber wir beiden Hundedamen hatten uns zu Hause so richtig schön einvernehmlich behaglich arrangiert.

Obwohl manchmal ging es GINA wohl dabei doch nicht so gut… manchmal hechelte sie ganz laut… manchmal wollte sie ihren Liegeplatz wechseln und kam einfach nicht auf die Pfoten… Frauchen oder Herrchen waren aber immer da und haben ganz gut aufgepasst, ob Gina einen Wunsch hatte, bei dem sie ihr behilflich sein konnten. Einerseits schon schön, aber andererseits für die große, starke Gina auch nicht so leicht wegzustecken, dass sie immer mehr auf Zweibein-Service angewiesen war.

Einige Zeit ging es trotzalledem noch ganz gut, manchmal stapfte GINA gemütlich durch den Garten oder lag zufrieden in ihrem Körbchen und lies sich von den Zweibeinern kraulen.
Doch irgendwann war sie dann einfach so müde geworden, dass sie an nichts mehr Interesse hatte. Sie wollte nicht mehr in den Garten, das Futter wurde ihr von Frauchen ans Körbchen gebracht und der Wassernäpfe standen schließlich an allen Hundeliegeplätzen verteilt, sodass sie bequem und ohne groß aufzustehen, was ihr ohne Hilfe immer schwerer fiel, erreichen konnte.

Ja, natürlich hätte ich mir da schon denken können, dass das nicht auf immer so weitergehen kann. Aber ich wollte es einfach nicht wahrhaben und tat so, als ob ich das Alles gar nicht merke. Auch als GINA dann gar nicht mehr aufstehen wollte und die Medizinfrau zu GINA kam, habe ich einfach weggeguckt, obwohl GINA ganz nahe vor mir lag. Ich wollte das nicht sehen und nicht merken und nicht wissen. Und auch als die Medizinfrau wieder gegangen war und GINA zwar noch da lag, aber nicht mehr atmete… ich ignorierte das einfach, ich lag auf meinem Platz und starrte Löcher in die Luft. LUCA der ging ein paar Mal zu GINA und stupste sie an und leckte sie ein bisschen übers Näschen, das habe ich wohl gesehen, aber ich tat einfach stundenlang so, als ob nichts passiert sei.

Auch als die Zweibeiner GINA dann in einer Kuscheldecke nach draußen ins Hausrevier brachten und sie ganz tief in die Erde legten, stand LUCA zwar daneben, aber ich lief schnell ganz woanders hin. Als ich wiederkam, war GINA fort, fort, weg, verschwunden, unauffindbar, egal wie sehr und wie beharrlich ich sie überall suchte und suchte und suchte…

Die Zweibeiner hatten extra alle Türen aufgemacht, sodass ich in jedes Zimmer, in jede Ecke, in jedes Nebengebäude in jeden Winkel von allen Hausrevierbereichen gucken könnte…

GINA war und blieb verschwunden. Und ich rannte und rannte und rannte kreuz und quer durch unser zu Hause, bis ich völlig außer Atem war. Dann setzte ich mich hin und begann GINA ganz laut zu rufen, immer wieder, immer wieder…. Aber egal, was ich auch machte, nichts brachte mir meine GINA zurück.

Meine Welt war plötzlich dunkel und leer und ich wünschte mir nichts so sehr auf der Welt, als dass meine GINA wieder vor mir stehen würde. Am nächsten Tag begab ich mich wieder auf die Suche und ich rief auch noch ihr und auch am Tag darauf und am folgenden…. Aber irgendwie wurde mir auch immer klarer, dass GINA mich verlassen hatte.

Umso wichtiger wurde mir, dass der Rest von Rudel nicht auch noch aus meiner Welt verschwindet. Sobald auch nur eine oder einer außer Sichtweite war, war ich schon höchstbeunruhigt, wenn die Zweibeinfrau dann zur Arbeit war und Zweibeinmann mit LUCA draußen, dann habe ich ganz laut und deutlich geschimpft und zwar solange bis zu mindesten einer zu mir zurückkam. Einfach so mit raus wollte ich auch nicht, das ging nur, wenn wir alle zusammen waren… 

Meine letzten gemeinsamen Minuten mit GINA:

 

Eure traurige MALA