Gebt Tierheimhunden ein Zuhause

UNSER LUCA:

Draußen ist es bitterkalt,
Schneepolster liegen auf Feld und Wald.
In der Stube ist es wohlig warm,
Du liegst zufrieden in meinem Arm.

Behaglich räkelst Du Dich zurecht,
ein Schläfchen auf der Couch, das ist gar nicht schlecht.

Während wir hier dösen, wandern meine Gedanken zurück.
Durch unser Leben - eigentlich nur ein kleines Stück.

Vor fast einem Jahr ist es geschehen,
dass wir Dich das erste Mal gesehen.

Wie ein Derwisch kamst Du angeschossen,
kläffend, springend ganz verdrossen,
Deinen Schwanz so eifrig jagen,
dass dort blutige Wunden waren zu beklagen.

Dein Bellen war wirklich hysterisch zu nennen,
und alles was Du wolltest, war nur schnell rennen,
von hier nach da und da nach dort,
keine Sekunde hielt es Dich an einem Ort.

Leider hatte Dein Schutzengel bisher geschlafen allemal,
in 3 Familien und 2 Tierheime warst Du der Wanderpokal.

Dabei warst Du grad mal gut ein Jahr alt,
Doch Deine Seele schon zerbrochen so bald.

Und auch hier wo Du warst, konnte man nur berichten,
die Pubertät lässt sich alles entwickeln zum Schlechten.

Angst, Unsicherheit und Stress prägt die Situation
und Dein Hilfeschrei heißt nun Aggression.

Du stänkerst mit den anderen Hunden
Pöbelst bei Menschen bei Spaziergehrunden.

Von Durchfall und Ekzemen erst gar nicht zu reden,
die haben viele verlassene Hunde eben.

Die Zukunftsprognose ist gar nicht erfreulich,
es sei denn nun tut sich nun was – sehr, sehr eilig.

Armer Hund – aber warum gerade wir,
wegen einem alten Schäferhund waren wir doch hier.

So ein junger, durchgeknallter Schäfer, der auch mal schnappt,
so was brauchten wir nicht und hatten wir noch nicht gehabt.

Aber jetzt wurde wohl endlich der Schutzengel wach,
und schlug in unserem Gewissen ordentlich Krach:

„Wenn nicht Ihr, wer soll den denn wollen,
zu nix zu gebrauchen, fast außer Kontrolle.

Hundesportler, Familien, Singles würden sich bedanken,
jetzt macht Euch gefälligst ein paar gute Gedanken.“

Leicht haben wir es uns nicht gemacht,
und viele Tage nachgedacht.

Auch unsere beiden Schäferhunddamen,
mussten wir bei den Besuchen immer ermahnen,
nicht zu schlecht über Dich zu denken,
vielleicht würde es sich doch alles einrenken.

Kurz über lang kamst Du schließlich nach Haus,
und die ersten Wochen waren wirklich ein Graus.

Keine Andeutung von Stubenmanieren,
für Möbel und Teppiche konnte keiner garantieren.

Du verteilstet kleine Wunden und blaue Flecken
und unsere Gäste sollten sich auch lieber verstecken.

Ob drinnen, ob draußen, verbissen in Deine Rute,
kamen Dir andere Angebote zunächst kaum zu Gute.

Die Mädels zogen sich empört zurück:
„Mit dem beschäftigen wir uns kein Stück!
Der soll erst Mal Benehmen lernen,
wie das gehen soll, steht allerdings in den Sternen.
Wir haben damit nix zu tun;
Ihr wolltet den, lasst uns bloß ruhn.“

Doch mit milder Geduld gab es kleine Fortschritte
und ganz zaghaft kamst Du in unsere Mitte.
Du lerntest uns und Dich selber kennen,
keiner sollte Dich je mehr „blöder Hund“ nennen.

Du bist der LUCA und zu Deinem Glück,
eines war sicher, Du gehst niemals zurück.
Du warst Zuhause angekommen und zwar für immer,
fort von uns musst Du nie und nimmer.



Wir gaben Dir Zuneigung, Schutz und Sicherheit
und so wurdest Du langsam bereit,
uns besser zuzuhören und zu erkennen,
was ein schönes Hundeleben ist zu nennen.

Klar gibt es Regeln, das sei nicht verschwiegen,
doch die Vorteile sind hier schwerer zu wiegen.

So z.B. ein gemeinsames Schläfchen in Frauchens Arm,
hier fühlst Du Dich heute geborgen und warm.

Zumindest wenn ich die kleinen Behaglichkeitsgeräusche
Die ich grad höre, so richtig deute.

Dein Fell ist glänzend und puschelig dicht,
Dein Blick hat einen Charme, der jeden besticht.
Du lächelst meist freundlich, bist nett zu den Damen,
auch bei unserem Kater müssen wir Dich nicht mehr ermahnen.

Ein glücklicher Hund – das ist wirklich wahr,
wenn man bedenkt vor nicht mal einem Jahr......