Gebt Tierheimhunden ein Zuhause

MALA erzählt (24): LUCA muss in die Bettelschule

Hallo liebe Leute,

es ist ja schon eine Weile her, dass ich hier was berichtet habe. Eigentlich gibt es auch nicht wirklich was Neues: Luca stürmt durch sein Leben und Gina genießt ihren Ruhestand und ich, ich pass darauf auf, dass Alles seine Richtigkeit hat.

Und da ist auch schon ein Ansatz: Luca nämlich, der ja zugegebenermaßen schon das Eine oder andere gelernt hat, müsste in meinen Augen ganz dringend in eine Schule und zwar in die Bettelschule!!!!!

Zweibeiner anbetteln ist ja eine hohe Kunst, die ich – ohne mich selbst hier loben zu wollen -aus dem Effeff beherrsche und ständig weiter entwickele.

Betteln heißt erstmal, klug die Lage sondieren und wenn mehrere Zweibeiner zur Auswahl stehen, mit Bedacht denjenigen auswählen, der am leichtesten zu Umgarnen ist.

Kleiner Tipp am Rande: Wenn Gäste da sind, sind die die dankbarsten Geber.

Hat man sich dann für ein potentielles voraussichtlich dem Hund zugeneigtes Zweibein entschieden, dann schlendert man wie unabsichtlich an sie heran und legt sich fein artig in die Nähe. Dabei versucht man einerseits möglichst hübsch und ansprechend auszusehen aber auch irgendwie bedürftig und notleidend.

Wie genau das geht, ist schwierig zu beschreiben und ist auch von Typ, Talent und persönlichem Geschick abhängig. Vielleicht hat nicht jeder Hund meine Naturbegabung und mein Wirkungsfähigkeit und die, die müssen dann einfach besonders oft und intensiv Üben!!!!!

Also ich sitze nun da und gucke unübersehbar und dann warte ich, ob was passiert. Das könnte so in die Richtung gehen, dass das auserkorene Zweibein sagt: „Oh, ist die brav“ oder auch „Ach, wie sieht sie hübsch aus“ oder eben so was in der Art.

Dann guck ich diesem Zweibein ganz besonders aufmerksam und zutraulich (ich mache ja sonst immer so ein bisschen auf scheu) in die Augen und schon fühlt sich das Zweibein geschmeichelt.

Dann rücke ich vielleicht schon mal ein bisschen näher und warte auf ein entzücktes: „Oh schau mal, die MALA kommt zu mir…“
Nun kommt der schwierigste Teil, jetzt muss irgendwie die Spannung und die Motivation erhalten werden. Seufzten kommt gut oder aber Gähnen und dabei nie das besonders liebreizend-plüschige Gucken vergessen…..

Und dann ist auch schon bald der Punkt erreicht, indem alle Zweibeiner dahin schmelzen und ich stehe kurz vorm Ziel.

Entweder es gibt jetzt sozusagen zwangsläufig kleine Häppchen, die man mir dann manchmal eher so heimlich unter dem Tisch anreicht. Oder ich höre die Frage: „Darf ich ihr was geben?“
Frauchen und Herrchen warten geradezu darauf, dass diese Frage kommt und sagen eigentlich immer: „Ja.“

Komplizierter wird das Ganze allerdings, wenn Luca in der Nähe ist!
Luca hat es einfach noch nicht drauf, wie man effektiv und ergebnisorientiert bettelt.

Wenn er was vom Zweibeinhappi abhaben will, kauert er sich in die Nähe der Esshand und fixiert diese so, dass so manchem Zweibein schon Bedenken gekommen sind, ob er gleich zur Selbstbedienung über den Tisch gesprungen kommt.

Der Döspaddel, erstens klappt es so nicht und zweitens stellt er damit grundsätzlich eine hier im Haus gut eingeführte Bettelkultur in Frage….

Frauchen und Herrchen sind da ja wenig beeindruckbar, aber bei Gästen kommt da schon mal ein gewisses unruhiges Unbehagen auf.

Und Schluss ist mit der schönen, harmonischen Geberatmosphäre. Luca muss dann Platz machen und das sieht dann meistens so aus, als ob er nur Kräfte für den Ansprung sammeln wollte.

Dann müssen Frauchen und Herrchen mit ihm reden und sagen, dass er sich entspannen kann und irgendwie ruhig streicheln. Und überhaupt dreht sich dann alles um Luca und ich sitz da rum mit meinem Plüschiblick und keiner kümmert sich um mich.

Aber zum Glück geht es letztlich dann doch immer gut aus und spätestens, wenn die Zweibeiner endlich fertig mit Essen sind, gibt es für Luca und mich kleine Lecker-Reste-Häppchen!

Und die gibt es dann für Gina auch, obwohl die sich so gar nicht an der Vorarbeit dazu beteiligt hat, sondern völlig entspannt im Körbchen abwartet, bis sie so ein Amuse-Gueule gereicht bekommt.

Sollte das auch eine überdenkenswerte Betteltechnik sein? Also einfach abwarten, bis die Häppchen vorbei gebracht werden? Scheint ja zu klappen!

Aber andererseits habe ich ja auch doch einen gewissen sportlichen Ehrgeiz darin entwickelt, eben jedes noch so hartgesottenes Zweibein rumzukriegen und was ist ein besserer Beweis dafür, als wenn es sein Futter mit mir teilt!!!!

So, ich höre gerade, dass der Tisch gedeckt wird und muss los in die Küche….

Viele Grüße
Eure MALA