Gebt Tierheimhunden ein Zuhause

MALA erzählt (23): Erstens kommt es anders....

Uiijuiijuiiijuiiijuiii…..
Ich muss Euch doch eben mal was erzählen: Meine herzallerliebste Freundin Gina ist ja nun schon eine hochbetagte Schäferhunddame und hat sich so mit einigen Knochenkrams zu arrangieren. Eigentlich unternimmt sie noch gerne minikleine Reviergänge und wenn sie erstmal „auf der Spur“ ist, tapert sie auch noch ganz eifrig voran. Solange bis ein Stock, ein Stein oder Grasbüschel sie aus dem Tritt bringen und dann passiert es leider immer öfter, dass ihr Heck ausbricht und es sie hinterhältig aus der Spur wirft und manchmal landet sie dann auch irgendwie blöd verkippt auf dem Hinterteil. Eigentlich konnte sie sich bis vor Kurzem immer wieder von alleine hochrakeln, aber in letzter Zeit ist sie immer öfter auf Zweibeinservice angewiesen.
Die ersten Male war sie stinkeböse und wenn dann so ein hilfreicher Zweibeiner ihr Hinterteil wieder liften und auf Spur setzen wollte, hat sie total verärgert um sich zu geschnappt. Aber mit der Zeit hat sie wohl gemerkt, dass es auch für sie leichter ist wieder auf 4 Beine zu kommen, wenn sie eine Hilfe zulässt.
Meistens gehen ja Frauchen und Herrchen mit uns gemeinsam und dann spielt einer von beiden mit Luca, einer hat immer ein Auge auf Gina und ich lauf von einem zum anderen und stelle kleine Anfragen nach Keksen. Manchmal soll ich dann erst „Sitzt“ machen oder „Bitte, bitte“ (das kann ich nämlich richtig gut) oder die Kekse werden irgendwo im Gras versteckt und ich soll sie suchen, das ist dann unnötig mühsam, aber eigentlich haben wir uns so alle ganz gut arrangiert. Jeder/r bekommt bei so einem Reviergang sozusagen ein passgenaues Angebot und alle sind zufrieden.
Wenn nur ein Zweibein für uns Zeit hat, was zum Glück nur gaaaaanz selten vorkommt, sind wir dann seitdem Gina so schwächelt im Prinzip nur auf unserem Heimrevier unterwegs, damit der Weg zurück ins Körbchen auf jeden Fall so kurz ist, dass Gina es sicher alleine schafft.
So auch am letzten Sonntag. Zusammen mit Frauchen strolchen wir also so übers Hofgrundstück, Luca und Frauchen spielen „Such den Kong“, ich suche kleine Natursnacks die von anderen Felltieren freundlicherweise hier überall verteilt werden; übrigens in ganz verschiedenen Geschmacksrichtungen, sehr, sehr lecker. Und Gina schnuffelt sich so von Grasbüschel zu Grasbüschel durch und ist ganz munter und stabil auf den Beinen. Da beschließt Frauchen mit uns noch mal kurz mit uns über den Waldweg an der Wiese von den Huffelltieren vorbei zu gehen. Das ist hier direkt wo die Hofeinfahrt anfängt.
Alle sind gut gelaunt, alles ist harmonisch und entspannt, alle sind zufrieden…
Dann passiert es: direkt hinter der Wegbiege steht plötzlich der Wald- und Jagdbesitzer mit Frau und HUND Dina!
Eigentlich keine Affäre, wenn wir uns früher gesehen hätten, wäre unsere kleine Meute einfach ein paar Meter ausgewichen, aber so: keine Chance und während eigentlich noch alle Beteiligten verdutzt und verdattert sind, setzt Gina zu einer beherzten Attacke auf Dina an! Sie startet im Sprint, aber gerade, als sie Dina erreicht hat, haut es sie von den Hinterbeinen, sodass sie jetzt direkt zwischen Dina und deren Herrchen sitzt und irgendwie bleibt ihr nix als wild in Richtung Dina zu schnappen. Dina steht stocksteif und völlig perplex und ihr Herrchen fuchtelt aufgeregt mit einem Stock zwischen Dina und Gina rum. Das kann ich ihm ja nun auch nicht durchgehen lassen, also stürzte ich mich tapfer auf ihn, petzte ihn in sein Hosenbein und beginne daran zu ziehen.
Frauchen hat inzwischen zumindest mal Luca an die Leine genommen, der allerdings interessiert sich für das ganze Geschehen am wenigsten, sondern will einfach nur dass wir weitergehen und dass Frauchen vielleicht noch ein paar Mal den Kong wirft. Also steht er nur so rum, den Kong im Maul und fühlt sich überhaupt nicht gefordert uns Damen hier irgendwie zu unterstützen und Frauchen l o b t ihn auch noch dafür!!!!!
Ansonsten sind jetzt alle Zweibeiner bemüht, diesen ganzen Wirrwarr aufzulösen; die Jagdgesellschaft geht einfach, allerdings nicht sehr wohlgelaunt, weiter, Gina sitzt auf ihrem Wackelhintern und scheint erleichtert und zufrieden, dass sie Dina vertrieben hat. Ich kümmere mich um Gina, Frauchen kümmert sich um uns, alle und alles wird beruhigt und zurechtgestreichelt und dann geht`s zurück in unsere Wohnhöhle.
Mensch, war dass ein aufregender Ausflug und m e i n e Gina, ist sie nicht mutig und tapfer!
Zum Glück ist niemanden eine Fellflocke gekrümmt worden und an der Stelle ein kleines, heimliches Dankeschön an Dina, die so besonnen reagiert hat!

Viele Grüße von
Eurer MALA