Gebt Tierheimhunden ein Zuhause

MALA erzählt: Annäherungen

Der LUCA-Junge ist ja jetzt schon viele Futterzeiten und viele Revierspaziergänge lang in unserer Familie.

So ganz ehrlich, wenn ihr Euch erinnert: ICH hatte ihn mir ja nicht ausgesucht. Gina fand ihn ja wohl von Anfang an albern, unsortiert und ein wenig überengagiert in Allem, was er so macht, aber ansonsten ganz in Ordnung. Und tatsächlich ist LUCA zu Gina auch (fast) immer rücksichtsvoll und lässt sie im Großen und Ganzen in Ruhe ihre ausgiebigen Schläfchen frönen.

Ich komme ihm aber nicht so leicht davon. Irgendwie ist er wohl der Meinung, dass gerade ich mit ihm spielen soll. Und was der unter Spiel versteht, das grenzt schon an vorsätzliche Körperverletzung. So richtig böse und gemein ist er wohl tatsächlich nicht, aber ruppig und insgesamt und irgendwie einfach ein totaler Vollhorst. Schon das eine oder andere Mal musste sogar ich ihm tüchtig die Meinung sagen.
Ich habe ja nix dagegen, wenn mich mal jemand in dem Kragen packt oder auch einem gelegentlichen Wettrennen durch den Garten bin ich nicht wirklich abgeneigt, aber bitte doch dann wenn und solange ich Lust habe und nicht, wenn es diesem Rüpel gerade in den Kopf kommt.

Aber so l a n g s a m lernt er wohl doch auch dazu, z.B., dass zum Spielen Zwei gehören, die Lust dazu haben und es nicht funktioniert, wenn er mit mir spielen will, aber ich nicht mit ihm.

Seine Anfragen werden nun doch aus vornehmlich höflicher und manchmal lässt er mir echt eine Chance zuzustimmen, ohne dass er einfach loslegt. Und so haben wir doch schon auch die eine oder andere Toberunde durch den Garten gedreht und auch schon hin-und-wieder ein kleines Hundetänzchen gewagt.

Gina hat uns dabei immer im Blick, sie hat da wohl auch ein wenig Sorge, dass der Schnösel übertreibt. Wenn die Gelegenheit günstig ist, also LUCA geradewegs vor ihrer Nase vorbeihechtet, dann versucht sie schon mal ihn mit einem gezielten Schnauzengriff abzufangen und zu bremsen. Klappt aber eigentlich nie. Zum einen ist LUCA einfach zu büffelig, um so was zu merken und zum anderen ist Gina – mal so ganz unter uns gesagt- einfach mittlerweile viel zu langsam, um wirklich was auszurichten.

Ja, ja eigentlich kann sogar ich es nicht mehr übersehen, dass meine Gina wirklich eine sehr alte und natürlich nach wie vor ganz wunderbare Hundedame ist. Aber ihre Reviergänge werden immer kürzer, dauern aber fast genauso lang wie früher in unseren gemeinsamen Zeiten der großen Runden. Fernwanderungen sind überhaupt nicht mehr möglich und so trödeln wir zweimal am Tag kleine Strecken rund um unseren Hof herum und schauen dafür da dann ganz genau, ob wohl alles hier seine Richtigkeit hat. Kontrollieren Grashälmchen für Grashälmchen, wer denn hier vorbei gekommen ist und beschnuffeln jeden Busch und jeden Strauch besonders intensiv und ausgiebig.

Futter war Gina ja nie so wichtig, aber in den letzten Wochen ist sie da total mäkelig geworden. Und so richtig gerne frisst sie eigentlich nur noch Pansen. Und Frauchen gibt ihr in tatsächlich einfach so und ohne was anderes dabei. Für mich gibt es zum Glück nach wie vor auch Obst und Gemüse und der LUCA, der frisst einfach Alles, da steht er mir in keinster Weise nach.

Als z.B. Kirschenzeit war, da dachte ich mir so, dass ich schön in Ruhe schmausend einen Teil des Tages unterm Kirschbaum zubringen kann. Und als ich dann hinkam, wer lag schon da und fraß umsichzu: der LUCA… Und auch, wenn die Zweibeiner in der Küche irgendwas machen und ich meine Aufgabe als Probiermaus wahrnehmen möchte, wer steht schon da: der LUCA… Und wenn mal ein Krümel auf den Boden fällt, ist er fast schneller da als ich. Zum Glück haben die Zweibeiner da immer ein Auge drauf, damit es keinen Streit gibt und ich auch meinen Teil abkriege…..

Eigentlich sagt man ja, dass gemeinsame Interessen verbinden. Bei LUCA und mir, bin ich da echt noch nicht so sicher.

Was ich ganz schön finde ist, dass er gerne bei Gina und mir in der Nähe liegt, wenn wir unsere Päuschen machen und es anscheinend auch genießt einfach mal in unserem kleinen Kreis so zu entspannen.

Aber vieles andere muss er einfach noch lernen. So z.B., dass es mir schnurz-egal ist, welches Spielzeug er gerade in der Mache hat. Er tut ja immer oberwichtig, wenn er einen Kong oder Ball abgeschnappt hat. Stolziert dann auf und ab und meint wohl Gina und ich müssten neidisch sein: Mitnichten, den Spielkram kann er gerne behalten, da ist keine von uns Hundedamen scharf drauf.

Wenn er sein Futter anschleppen würde, ja, dann…, ja dann wäre es schon was anderes! Damit hätte er ruck-zuck zumindest mein Interesse geweckt. Aber da ist er wirklich pinselig und wird tatsächlich, wenn Frauchen nicht gut aufpasst, auch manchmal echt vergrellt.

Aber, wie auch immer…. Ich bin ja ein großzügiges Mädchen und schon alleine um meinen guten Willen zur Annäherung zu zeigen, habe ich mich letzthin mal ins Großkörbchen gelegt, obwohl der Schmock schon dringelegen hat.
W a r g a r n i c h t s o s c h l e c h t, mal so einen starken Kerl an meiner Seite zu haben. Mal sehen, vielleicht entwickelt sich da ja doch noch eine mir auch angenehme Beziehung?


Viele Grüße


Eure  MALA