Gebt Tierheimhunden ein Zuhause

MALA erzählt (22) : LUCA und ich…

Also, liebe Leute,LUCA und ich, das ist ja schon so ein besonderes Kapitel…

In den ersten Tagen oder vielleicht sogar Wochen in denen LUCA hier war, ging es ja ziemlich drunter und drüber in unserer Familie.Dieser hektisch-wirbelnde Hundejunge hat hier alles ganz schön durcheinander gebracht und eigentlich hatte eine zeitlang keiner hier mehr eine ruhige Minute. Außer nachts, da hat der Schmock zum Glück dann auch mal geschlafen.

Aber so nach und nach ist er dann doch hier an- und damit auch ein wenig mehr zur Ruhe gekommen. Nachdem er in der ersten Zeit ja nur Augen für Herrchen und Frauchen hatte, hat er wohl so nach und nach festgestellt, dass Gina und ich ja tatsächlich auch zur Familie gehören und nicht nur zufällig hier rumlaufen.

Und dann… und dann… dann wollte der Kerl uns auch noch näher kennen lernen…

Nicht mit mir, kann ich da nur sagen. Der kann hier sein, wenn er mich nicht weiter stört, aber auch noch beschnuffeln lassen und vielleicht sogar miteinander Spielen, das kommt ja gar nicht in die Tüte. So ungezogen, wie der ist, braucht er mir erst gar nicht ankommen.Und ungezogen ist der, das kann ich Euch sagen!

Nur mal so ein paar Beispiele: Wenn Herrchen oder Frauchen länger weg waren und nach Hause kommen, möchten Gina und ich natürlich begrüßt werden… geht aber nicht, weil sich immer dieser aufgedrehte Kerl jiffelnd und wuffelnd dazwischendrängt!!!

Oder,wenn ich  abends gemütlich zu meinem Schlafzimmer-Körbchen schlendere, um mich dort behaglich für die Nacht einzukuscheln… geht das nicht, weil dieser zappelnde und strampelnde Kerl da drin rumramentert!!!

Oder,ich will so ganz in Ruhe einen kleinen Pirschgang durchs Hausrevier machen… geht aber nicht, weil LUCA angestürzt kommt und mit mir spielen will.

Oder,ich will mich zu Gina in unser Doppelbett legen und mein Kissen darin fehlt, weil LUCA es in den Garten geschleift hat und mein Schaffell ist auch ständig irgendwo unterwegs, weil er es durch die Gegend zieht. Puuh!

Versteht Ihr was ich meine??? Nix ist mehr so wie es mal war – die ganze Gemütlichkeit ist dahin, weil dieser alberne Hundejunge sich, zumindest in meinen Augen, ständig daneben benimmt.

Komischweise sehen Herrchen und Frauchen das anscheinend gar nicht so. Die loben den LUCA ganz oft, weil er angeblich schon soviel gute Dinge gelernt hat, weil er sich angeblich ganz viel Mühe gibt sich gut aufzuführen und weil er angeblich so lieb und artig wäre????

Und… und das finde ich ja noch viel ungeheuerlicher: GINA ist kein bisschen bereit sich mit mir gemeinsam über LUCA zu echauffieren!!! Ganz im Gegenteil, sie ist im Umgang mit ihm völlig entspannt!

Und… und was noch viel unglaublicher ist:GINA will mit LUCA spielen!!! Ganz ehrlich!!!

Manchmal, also manchmal fängt sie doch wirklich an, LUCAs Stöckchen durch den Garten zu tragen und sie schwungvoll in die Luft zu werfen… oder sie nimmt so ein albernes Gummispielzeug ins Maul und läuft damit rum!!! Und  LUCA, der legt sich oft ganz nahe zu ihr und das findet sie völlig in Ordnung…!

Das hat mich doch ziemlich ratlos gemacht und mich ins Grübeln gebracht.

Also musste ich hier, bevor mir alles entgleitet,doch Gegenmaßnahmen ergreifen.

Ich habe ganz tüchtig darüber nachgedacht und bin nun zu dem Entschluss gekommen, dass… ich es einfach versuchen muss, mich mit dem Kerl zu arrangieren.

Und so langsam bin ich dann zu seiner Erziehung geschritten:

1.)Mein Schlafzimmer-Körbchen gehört mir! Strategisch geschickt lege ich mich jetzt einfach in mein Körbchen bevor LUCA auf die Idee dazu kommt. Und wenn er dann vor meinem Körbchen stehe, drehe ich meinen Rücken in seine Richtung zu einem großen Berg und kneif die Augen so zu, als ob ich tief schlafen würde. Dann geht er nämlich in sein eigenes Körbchen.

2.)Wenn er draußen mit mir Spielen will, renn ich nicht mehr einfach rein und bin maulig, sondern bleib tapfer stehen und drehe hoheitsvoll mein Köpfchen zur Seite, sodass er einfach kapieren muss, dass ich in Ruhe gelassen werden will. Meist drollt er sich dann und ich kann (aber immer ein Auge auf ihn dabei behaltend) weiter auf die Pirsch gehen.

3.)Bei der Begrüßung dränge ich mich jetzt einfach auch mal dazwischen, sodass ich einen Hallo-ich-bin-wieder-da-Streichler abkriege.

4.)Wie ich es verhindern kann, dass er mein Bettzeug ständig in den Garten schleift, weiß ich noch nicht, aber bestimmt fällt mir dazu auch noch was ein. Bis dahin müssen hier Herrchen oder Frauchen den notwendigen Zimmerservice übernehmen.

Es ist ja immer so dass die Klügere – und das bin selbstredend ich – nachgibt.

Und unter uns und ganz ehrlich, so sehr viel mehr Möglichkeiten, als mit LUCA irgendwie klarzukommen habe ich ja nicht.

Nämlich, meine Zweibeiner sind ja alles in Allem ganz in Ordnung, aber wenn sie sich was in den Kopf gesetzt haben, sind sie einfach so lange bockig, bis es so klappt, wie sie es wollen. Eigentlich ist ja Frauchen im Prinzip noch viel, viel sturer als Herrchen dabei, aber bei LUCA sind sie sich echt einig.

Und wenn die und vor Allem GINA ja anscheinend auch meinen, LUCA sei ein netter Hundejunge, der nur noch ein bisschen was dazu lernen muss, dann hilft es meinem Seelenfrieden doch ungemein, wenn ich das genauso sehe.

Noch bin ich nicht so weit – aber ich übe.

Genau genommen hat meine Erziehungsarbeit auch schon ein wenig gefruchtet.

Er ist zwar noch immer ständig zappelig und stürmt wie vom Katapult geschossen durch die Gegend, aber er rennt nicht mehr einfach in mich rein, sondern stoppt so ungefähr circa genau 0,5mm vor mir ab.

Und manchmal stuppst er mir dann schnell ans Schnäuzchen und ab und an leckt er mir auch mal ins Öhrchen…

Und wenn er es unbedingt will, darf er mich auch manchmal abschnuffeln und hin-und-wieder gönne ich ihm dann auch einen kleinen Stups von mir. Aber nicht so oft. Und einmal … aber nur bisher nur einmal habe ich ihm sogar erlaubt sich, aber nur ganz kurz und als Gina gerade nicht im Zimmer war - zu mir ins Doppelbett zu legen.

Ich will es ja mit der freundschaftlichen Nähe nicht gleich übertreiben.

Viele GrüßeEure  MALA

LUCA wartet darauf, dass endlich jemand mit ihm spielt!