Gebt Tierheimhunden ein Zuhause

Hallo in die Welt!

 

Anscheinend kann man hier ja Dinge von sich erzählen, die man gerne weitersagen will!

Also… mein Name ist LUCA! Und das weiß ich noch gar nicht so lange, obwohl ich jetzt schon zum zweiten Mal erlebe, dass sich die Welt von kalt und weiß zu grün und warm verändert.

Trotzdem, nachdem ich von meiner Mama weggebracht wurde, war mein Leben eigentlich bis vor kurzem ein einziges furchteinflössendes Durcheinander. Und ob ich Alles so ganz richtig erzählt bekomme weiß ich auch nicht, aber ich versuch`s einfach mal.

 Erst war da so ein Zweibeinrudel mit großen und kleinen Menschenwesen, die immer ganz viel geredet, gerannt und um mich rumgewuselt sind. Jeder sagte mir was anderes und ich wusste immer gar nicht so recht, was ich jetzt tun oder lassen sollte.

 Solange ich ein kleiner Baby-Welpe war, war das anscheinend auch gar nicht so wichtig.

 Aber kaum wurde ich ein bisschen größer, kräftiger und unternehmungslustiger, schimpfte plötzlich jeder ständig mit mir rum.

 All die Zweibeiner, die mich so niedlich und verspielt gefunden hatten, waren plötzlich dauernd völlig schlecht gelaunt und reagierten grell, sobald ich ihre Aufmerksamkeit wollte. Dabei gab ich mir wirklich alle Mühe ihnen Freude zu machen, ich sprang an ihnen hoch, hielt sie am Ärmel oder am Hosenbein fest, rief ihnen ganz laut zu, dass ich jetzt spielen möchte, rannte wirklich hinter jedem her, der sich im Raum bewegte… Aber egal wie sehr ich mich auch bemühte, ständig hörte ich nur NEIN und PFUI und PLATZ und AUS und die Hände die gestreichelt hatten schlugen plötzlich nach mir und sobald ich auch nur in die Nähe eines Hosenbeines kam, wurde nach mir getreten.

 Dann wurde es plötzlich tagelang still und einsam, weil ich in einem dunklen Raum der nach Benzin und Öl stank umziehen musste.

 Das dauerte zum Glück nicht lange, bis dann ein anderes Zweibein mich in ein anderes Zweibeinrudel holte.

 Da sollte ich dann aber immer alles ganz genau und sofort richtig machen und scheinbar war egal, was ich tat, es war einfach immer verkehrt. Und das war dann nicht nur in der eigenen Höhle so, sondern auch auf einem Platz an dem sich ganz viele Zweibeiner mit ihren Schäfitieren immer treffen um zu zeigen, wie großartig sie doch alle sind und wie gehorsam und … es war die reine Katastrophe für mich.

 Irgendwie war mir das alles zu viel und da habe ich einfach aufgegeben mir Mühe zu geben zuzuhören oder zu verstehen, was denn nun eigentlich genau das richtige Verhalten in der jeweiligen Situation ist und habe einfach immer nur irgendwas gemacht. War auch wirklich egal, denn geschimpft wurde immer, Lob gab es nie!

Wenn mir dann alles zu chaotisch, zu beängstigend, zu bedrohlich wurde, habe ich dann auch schon mal geschnappt. Das hat das Zweibein dann so richtig böse gemacht, aber anscheinend war es auch nicht so verkehrt von mir, denn zumindest musste ich es so nicht lange mit dem aushalten.

 Wieder kam ein Umzug. Jetzt in so eine Art Gefängnis für Tiere, indem ganz viele Fellnasen Gitter an Gitter saßen und bellten, heulten, durch die Käfige tobten oder nur ganz still in der Ecke saßen.

 Und ich mittendrin, voller Tatendrang und im besten Tobealter.

Da hat bei mir dann irgendwas echt ausgesetzt und ich begann im Käfig zu laufen, zu laufen, zu laufen… Immer hin-und-her und weil das eben auch nicht ausgereicht hat, um die Angst und die Leere in mir auszufüllen, begann ich frustriert meinen Schwanz (manche sagen auch Rute) zu jagen. Immer im Kreis rum und rum und rum und rum und das stundenlang. Irgendwie war das wie ein Rausch und ich konnte gar nicht mehr aufhören.

Es beschäftigte mich so, dass ich gar nicht mehr zum Fressen kam und immer dünner und dünner wurde.

 Das ist dann aber den Leuten vom Tiergefängnis schon aufgefallen, dass ich das so nicht lange überleben würde und so bin ich bald schon wieder umgezogen.

 Jetzt waren da zwar auch viele andere Vierbeiner, aber alle lebten zusammen in einer großen Höhle. Davor war auch ein Auslauf, indem wir immer wieder gemeinsam spielen durften und indem es immer interessant nach anderen Fellnasen roch und auch ansonsten einiges zu erforschen und zu entdecken gab.

 O.k., das war schon bedeutend besser, als das andere Tiergefängnis. Und bevor alle anderen mein Futter wegputzten, unterbrach ich meine Schwanzjagerei auch schon mal, um zu fressen oder auch einfach mal so zu schauen, was die anderen so treiben. Allerdings war es jetzt nicht so, dass die anderen Vierbeiner besonders gesteigerten Wert auf ein Spiel mit mir legten. Ich durfte zugucken, mal so ein bisschen mit rumlaufen, aber so wirklich interessiert hat sich da auch keiner von denen für mich.

 Die Zweibeiner, die hier zum Füttern oder Saubermachen immer mal reinkamen  waren eigentlich sehr nett, aber irgendwie viel zu selten da.

Ganz toll war es für mich, wenn mal einer nur alleine mit mir auf eine Wiese ging, um mit mir Bällchen zu spielen oder auch mal einen kleinen Spaziergang zu machen. Das freute mich immer so sehr, dass ich völlig außer Rand und Band geriet und vor lauter Schwanzjagerei oft gar nicht so recht mitbekam, was ich jetzt eigentlich hätte anstatt tun können.

 Und so richtig zur Ruhe kam ich bei all den anderen Fellnasen auch nicht. Zwar hatte ich mir nun schon wieder angewöhnt zu fressen, aber durch diese dauernde Schwanzjagerei, die mich echt Kalorien kostete und den Dauerdurchfall den ich hatte, war und blieb ich ein rippiger und dürrappeliger, ständig unter Strom stehender Hundejunge.

 Manchmal kamen auch fremde Zweibeiner auf den Hof und schauten sich meine Hundekumpels an, redeten mit ihnen, führten sie aus und manchmal verschwand  der eine oder der andere auch einfach von jetzt auf gleich vom Hof. Sie wären nach Hause gegangen, munkelten die anderen Fellnasen alsdann geheimnisvoll.

 Nach Hause…, was das denn nun jetzt schon wieder ist?

In meinem Leben gab es ja bis dahin irgendwie kein zu Hause, sondern immer nur ein fremdes Rudel nach dem anderen. So richtig zu Hause angekommen war ich wirklich bisher nirgendwo.

 Allerdings hier auf diesem Hof war ich nun schon fast mein halbes, kleines Leben…, ob dies hier wohl mein zu Hause bleiben sollte? Wäre ja immerhin möglich. Zum einen, weil ich hier wirklich schon echt lange war und zum anderen, weil mich noch nie ein Besucherzweibein wirklich angeguckt hatte (falls ich es bei meiner Schwanzjagerei nicht übersehen haben sollte).

 So dachte ich, bis eines Tages….