Gebt Tierheimhunden ein Zuhause

MALA erzählt (16): Woodstock ist fort!

Liebe Leute,

Woodstock ist nicht mehr in unserem Rudel! Mittlerweile ist das ganz sicher! Gina und ich sind tagelang immer wieder alle Hundheiaplätze in unserem Revier abgegangen und haben ihn nicht gefunden. Jedes Körbchen und jede Decke haben wir abgeschnuffelt. Im Garten haben wir in alle Höhlen und Hundeversteckplätze geschaut, bei den Reviergängen hinter jedem Busch, Baum und Strauch kontrolliert: er ist nicht mehr da!

Zwar riecht es noch überall nach ihm, ein paar lange Haare von ihm finden sich auch noch hier und da, aber unser Woody-Mann ist fort.

So richtig verstehen tun Gina und ich und ich glaube fast auch Frauchen und Herrchen es nicht, warum er nicht mehr bei uns ist. Er war doch immer munter und vergnügt. Der Erste, der zu einem weiteren Ausgang gedrängelt hat, derjenige, der Ausflüge in die fremde, weite Welt am meisten genoss. Auch das Futter schmeckte ihm immer vortrefflich und für einen Keks machte er gerne so überflüssige Dinge wie „Platz“ und „Sitz“ und „Bleib“. Jede Katze wurde engagiert aus dem Garten getrieben, jedem Reh wollte er unbedingt persönlich „Guten Tag“ sagen…

Nun gut, in den letzten Tagen vor seinem Weggang, da war er schon etwas ruhiger wie sonst. Er ging ganz artig an der Leine, ohne zu ziehen und zur Futterzeit war er auch nicht besonders quengelig. Als er sein Futter dann tatsächlich mal nicht aufgefressen hat, ist Herrchen mit ihm zur Tiermedizinfrau (das habe ich später ganz genau an ihm gerochen) gefahren. Die meinte, Woody hätte wohl eine kleine Magenverstimmung und dass er mal einen Tag kein Futter haben sollte. Dass das für ihn erstaunlicherweise gar nicht schlimm war, gab mir schon zu denken.

Den Tag darauf war er aber wieder etwas munterer. Aber am nächsten Tag sah Herrchen wohl, dass, wenn Woody Pipi machte, ein viel zu dunkler Fleck im Schnee zu sehen war. Also tippte die Tierarztfrau nun auf eine Blasenentzündung und gab entsprechende Medikamente.

Und wieder schien es Woodstock am Tag darauf wieder besser zu gehen, er kam mit zum Spaziergang und verspeiste sein Abendessen mit Appetit. Er versuchte sogar, mir einen Keks aus dem Mäulchen zu klauen, den ich ihm dann geschenkt habe, weil ich ja auch froh war, dass er langsam wieder der Alte wurde.

Auch Herrchen und Frauchen gingen an diesem Abend beruhigt zu Bett und sprachen darüber, wie schön es ist, dass Woodstock nun wieder fitter wirkt.

Der nächste Morgen war schrecklich. Woodstock wollte nicht frühstücken, er wollte nicht zum Spazierengehen, er wollte nur liegen bleiben und sich am besten überhaupt nicht bewegen.

Auch die Tiermedizinfrau war richtig erschrocken und sagte Herrchen, dass Woodstock sofort in ein Tierkrankenhaus müsste. Herrchen erzählt uns dann später, dass man dort auch nichts mehr für Woodstock tun konnte. Seine Bauchhöhle war voller Blut von Lebertumoren, die aufgebrochen waren. Da die Leber keine Nervenzellen hat, hatte ihm dies bisher keine Schmerzen bereitet, erklärte die Tiermedizinfrau und selbst, wenn man die Krankheit früher erkannt hätte: kein Unterschied. Und so ist unser Woody-Wuschelbär aus der Narkose nicht mehr bei uns sondern im Hundehimmel aufgewacht.

Das hat zumindest Herrchen so erklärt. Aber zu glauben ist es kaum. Warum ist er nicht hier bei uns, in seinem Rudel, wo er hingehört und wo ihn alle (naja, Gina vielleicht nicht ganz so sehr) lieb haben? Er war vielleicht so alt wie ich, vielleicht ein wenig älter. Mit seiner schwarz-goldenen seidig-glänzenden Wallemähne wirkte er immer so gesund und war so begeisterungsfähig. Manchmal habe ich mein Näschen in seinen Kragen oder unter seine Rute gesteckt, das war dann ganz kuschelig.

Gina und ich sind jetzt in den letzten Tagen immer ganz nahe beieinander geblieben und am Liebsten ist es uns im Moment, wenn wenigstens ein Zweibein in Sichtweite ist. Nicht, dass jetzt noch ein Rudelmitglied überraschend verschwindet. Und ganz viel kraulen lassen wir uns jetzt auch und wenn wir dann Herrchens oder Frauchens Stimme mit Schmeichelworten hören, gibt es uns das Gefühl, dass manches in unserer kleinen Hundewelt, doch noch in Ordnung ist und das tröstet uns…
ein bisschen.

Eure traurige MALA mit Gina

und Frauchen und Herrchen.

Lieber Woodstock!

Wir wünschen Dir alles Gute im Hundehimmel,

vielen Dank, dass Du bei uns warst

und vielleicht kommt ja eines Tages

das ganze Rudel nochmal zusammen.

Und vielleicht ist es dann für immer und ewig!