Gebt Tierheimhunden ein Zuhause

Ihr Lieben!

Ich wäre gerne noch bei Euch geblieben, doch leider musste ich Euch verlassen.

Ich habe mich bei Euch sehr wohl gefühlt: die unzähligen Spaziergänge, die kuscheligen Schaffellkörbchen, das leckere Futter und all die vielen Male, die Ihr mir freundliche, liebe Worte gesagt habt und mit Euren Händen durch mein dann so schönes Fell geruschelt habt. Wie sehr habe ich das genossen. Und all die herrlichen Löcher, die ich auf der Suche nach Mäusenestern gegraben habe und Höhlen die ich in unserem Revier anlegen durfte… Wie schön war das, mich darin nach getaner Arbeit auszuruhen.

Ehrlich gesagt, habe ich ja schon länger gespürt, dass mein Leben im Zuhause bei Euch nicht allzu lange dauern wird. Aber ich habe nichts davon gezeigt, denn es hätte mir ja niemand helfen können und Ihr wärt nur viel länger betrübt gewesen.

Vielen Dank auch dafür, dass ich nie Dinge machen musste, die ich nicht mehr geschafft habe. Die Länge der Spaziergänge war immer genau richtig und wenn ich eine Pause gebraucht habe, die ich hin-und-wieder als Schnuffelpause tarnte, wart Ihr immer geduldig und habt mich nie angetrieben. Ganz besonderen lieben Dank hier auch an Herrchen, denn bei den kleinen Fahrradausflügen mit ihm durfte ich immer das Tempo und die Strecke bestimmen.

Schade, dass die Dinge, die wir miteinander geplant hatten, wie der gemeinsame Urlaub an der Ostsee oder der zweite Feuerzeugschnüffelkurs nun nur ohne mich stattfinden können. Und auch dass das Herrchen das Fahrrad frühlingsfit gemacht hat, ist nun nicht für mich geschehen.

Bei Gina möchte ich mich im Nachhinein dafür entschuldigen, dass ich nicht immer so zuvorkommend zu ihr war. Aber manchmal war das Wissen, dass ich viel jünger bin als sie und sie doch soviel mehr Zeit in meinem Zuhause verbringen darf, wirklich frustrierend. Toll bei Gina und mir war, dass wir beide unsere Aufgabe den Garten katzenfrei zu halten und die Grundstücksgrenzen zu bewachen so arbeitsteilig-einvernehmlich erledigen konnten. Mit ihr konnte ich mich so richtig schön in Rage bringen, wenn sich eine Katzentatze dem Zaun genähert hat.

Die kleine Hundefee MALA war für mich wirklich der Sonnenschein meiner letzten Lebensmonate. Und außer, dass sie mir nie was von ihren Keksen abgegeben hat, war jede Minute mit ihr einfach zauberhaft. Nie war sie schlechtgelaunt, nie war sie grätzig mit mir und von Anfang an hat sie mir immer das Gefühl gegeben, dass ich doch selbstverständlich zur Familie gehöre. Auch wenn mir zunächst auch ihr gegenüber ein paar Patzer passiert sind. Aber manchmal durfte ich ja auch gemeinsam mit ihr dem großen Hundekörbchen ein Nickerchen machen, das war sehr lieb von ihr.

Hier im Hundehimmel habe ich als Erstes Jessie, Janka und Butscher kennen gelernt, sodass wir jetzt hier auch schon eine kleine Familie sind. Sicher werden wir uns viel darüber zu erzählen haben, was wir mit Herrchen und Frauchen und den anderen Fellnasen in unserer Erdenheimat so erlebt haben.

Und vielleicht gibt es ja hier mal irgendwann ein richtig großes Familientreffen, bei dem wir dann alle wieder zusammen sind? Ich warte auf Euch!

Mit himmlischen Grüßen

Euer Woody-Wuschelbär