Gebt Tierheimhunden ein Zuhause

MALA erzählt (13): Weihnachten

Eigentlich mag ich persönlich ja keine Veränderungen und im Moment ist hier alles irgendwie anders! Zum einen ist Frauchen seit ein paar Tagen von morgens bis abends (und nachts natürlich auch) Zuhause und zum anderen reden alle immer von so einem Ding, das heißt Weihnachten. Bald ist Weihnachten; Was macht ihr zu Weihnachten; Schöne Weihnachten…., ganz egal welcher Zweibeiner sich hierher verläuft oder wen wir auch treffen: Alle reden von Weihnachten! Ist mir ein echtes Rätsel, was das wohl sein soll?

Gut wäre es ja, wenn es was mit Essen zu tun hätte!?! Oder mit einem besonders interessanten Revierspaziergang! Und doch wohl hoffentlich nicht mit einer weiteren Fellnase? Wenn ich mich recht erinnere, ist der gute, alte Butscher im letzten Jahr zu Weihnachten hier eingezogen. Aber Butschers Hundeplatz hier, da ist ja nun der dicke Woodstock….. Und Frauchen tut auch nicht so aufgeregt, wie sonst, wenn sie ein neues Meutemitglied kennen lernt und wir sind auch in letzter Zeit in keinem Tierheim gewesen….

Und ohne uns zu fragen, würde Frauchen uns doch niemals eine neue Fellnase aufdrängen???

Naja, erstmal abwarten! Manche Dinge erledigen sich von alleine oder lassen sich durch Ignoranz spielend bewältigen, da kenne ich mich aus. Auch heute Vormittag ist so ein Zweibeiner bei uns gewesen. Der hat total toll gerochen, nach den großen Huffelltieren, denen hat er wohl Winterschuhe verpasst oder so. Auf jeden Fall habe ich gesehen, dass er denen an allen vier Beinen unten rumgearbeitet hat. Und obwohl jetzt dieser Zweibeiner bei uns am Tisch saß und mit Herrchen und Frauchen blabla machte, gabs nix besonderes zu Essen, weil es ist ja Weihnachten und er muss nach Hause.

So langsam reichts mir wirklich mit diesem ominösen Weihnachten, alle tuen ganz oberwichtig und passieren tut grad gar nix. Am Nachmittag beim Revierspaziergang lag wieder ganz viel von dem weißen Zeugs überall rum und ansonsten lies sich weit und breit niemand blicken. Gar niemand, auch nicht ganz weit weg. Nirgendwo! Es war grad so als ob Herrchen, Frauchen, Gina, Woodstock und ich alleine auf der Welt wären. Ob das wohl mit diesem Weihnachten zusammenhängen könnte und alle Zweibeiner lieber in ihren Höhlen sind, als im Revier rumzufahren oder rumzulaufen?

Für mich ist es ja eigentlich egal, wer sich sonst noch so in Feld, Wald und Flur blicken lässt, denn ich bin ja meist damit beschäftigt, entweder Gina oder Frauchens Kekstasche zu observieren, damit nicht die eine oder die andere verloren geht. Aber Frauchen meinte nun zu Herrchen, dass doch auch Woodstock mal wieder ohne Leine laufen könnte, wenn schon weit und breit niemand und nichts zu sehen ist. Mir persönlich ist es schnurz, ob Woody mit oder ohne Leine läuft, aber der fand das dann doch auch ganz schön, mal ein bisschen so hin und her zu schnuffeln oder hier und da mal einer Mäuseburg nachzugraben, ohne dass ein Zweibein daneben steht. Und wenn er sich mal vertrödelt und Herrchen oder Frauchen ihn rufen, kommt er gemütlich angetroddelt und freut sich auch, dass wir alle wieder zusammen sind.

So schlendern wir denn alle dahin. Frauchen und Herrchen plaudern miteinander, Gina schnuffelt, Woody buddelt und ich beobachte Frauchens Kekshand, alles ist friedlich und entspannt, als plötzlich kurz vor Woodstock ein kleines Langohrfelltier aufschreckt und hektisch davon hoppelt. Und was meint Ihr wohl, was der dicke Woody gemacht hat? Er sprintet für seine Verhältnisse fix hinterher quer übern Acker. Er wollte ihm wohl „Frohe Weihnachten“ wünschen. Frauchen und Herrchen wurden auch ganz aufgeregt und riefen ganz laut: „Woody“. „Komm“. „Hierher“. Und siehe da, Woodstock drehte doch tatsächlich ab und kam zurück zu uns. Herrchen und Frauchen waren doch ziemlich erfreut und auch erleichtert, dass der Hundejungewuschelbär tatsächlich so gut gehört und gefolgt hat. Gerade unterhalten die beiden sich, wie brav Woodstock doch wäre und wie gut er hören könnte und wie fein er zurückgekommen wäre….

Als doch wirklich ein zweites Langohrtier hinter einem Unkrautbüschel hervorstürzt und im gestreckten Hasengalopp davon hechtet. Und Woodstock mit Begeisterung hinterher. Frauchen und Herrchens konnten gar nicht so schnell staunen, dass wir tatsächlich noch ein zweites Langohr aufgetan hatten, wie Woodstock da hinterherwetzte. Und irgendwie das mit dem Hören und Zurückkommen jetzt grade mal schnell vergaß. Das Langohr wurde immer eiliger und Woodstock bemühte sich echt da gut mitzuhalten. Ein Feld hatten die beiden schon durchquert, zum nächsten gab es einen Graben und Woody-Wuschelbär in seiner graziösen Behändigkeit verschätzte sich und landete mittendrin. Padautz! Das bremste seinen Jagdeifer aber dann doch gewaltig und nun fiel ihm wohl auch wieder ein, dass er ja immer bei der Meute bleiben sollte. Das Langohr schien sowieso irgendwo in den Schneewehen abgetaucht zu sein, denn Woody machte sich flugs auf den Rückweg zu uns.

Natürlich haben sich Herrchen und Frauchen gefreut, als er dann wieder angewallt kam und meinten zueinander, er wäre ja auch gar nicht so richtig weit weg gewesen. Aber trotzdem, so ganz zufrieden waren Frauchen und Herrchen wohl dann doch nicht mit dem Geschehen, denn sie wurden ganz ruhig und nachdenklich und nahmen Woody auch wieder an die Leine.

Aber sonst war den restlichen Tag nix besonderes los. Essen gabs wie immer, nicht mal was Besonderes. Einfach Pansen und Flocken und Karotten und Äpfel und Banane mit so einem lecker nach Meer schmeckenden Pulverkrams, so wie meistens halt…. Also, wenn Ihr mich fragt: Weihnachten ist, wenn Woodstock den Langohren nachläuft und wird somit für meinen persönlichen Geschmack völlig überbewertet.

Oder, was meint Ihr, fragt sich Eure

MALA