Gebt Tierheimhunden ein Zuhause

MALA erzählt (11): Wetterfühlig

Hallo liebe Leute, heute will ich mal was so ganz allgemein von Jahreszeiten erzählen. Manche Zweibeiner glauben ja nicht, dass auch wir Vierbeiner wetterfühlig sein können… Aber ja doch, das sind wir. Ich zum Beispiel fühle immer ganz genau, welches Wetter gerade ist.

Ich kann das ja kurz mal erläutern: Den Winter, den finde ich soweit ganz o.k.. Rechtzeitig bevor es kalt wird lege ich mir schon mal schlauerweise ein Unterfell an. Das hält mich dann zusammen mit meinem dichten Nickiplüschmantel wunderbar warm, auch wenn es so richtig knackekalt ist. Wenn`s ganz frostig kommt, kann ich da das Thermostat durch so ein gewisses Aufbauschen der Pelzschichten höher stellen und schon kommt da keine Kälte dagegen an.

Das heißt aber jetzt nicht, dass ich stundenlang draußen im Hausrevier rumliege. Nö, das nun auch wieder nicht, obwohl es mir schon wichtig ist, dass ich dies jederzeit könnte, wenn ich wöllte. D.h. immer, wenn Herrchen oder Frauchen die Terrassentür zumachen, muss ich mich bemühen ihnen klarzumachen, dass das jetzt aber wirklich überhaupt nicht geht, weil ich ja vielleicht gleich mal zu einer Inspektionsrunde losgehen möchte. Wobei so richtig viel los ist im Moment im Hausrevier nicht. Alle die schmackhaften Kleinfelltiere scheinen im Winter woanders zu wohnen, auch Engerlinge, Käfer oder Larven sind nicht zu erbuddeln, von Äpfeln oder Birnen gar nicht zu reden.

Manchmal ist eine Stippvisite an den Vogelfutterplätzen erfolgreich, denn wenn Frauchen Vogelfutter kocht, tut sie immer leckeren Rindertalg dazu, der dann ab und zu in Bröckchen am Boden liegt. Gelegentlich sind dann da sogar noch Körner oder Rosinen drin: sehr, sehr lecker. Einmal hatte ich sogar das totale Glück, dass so ein kompletter Futterball am Boden lag. Das war vielleicht ein Schlemmermahl, geradezu in Windeseile habe ich den verspeist. Leider wollte das leckerschmecker Zeugs tatsächlich genauso schnell raus, wie ichs rein verputzt hatte und an diesem Tag habe ich viel Zeit im Garten verbracht.

Aber im Normalfall bin ich mit meinen Rundgängen flugs fertig und such mir das dann gerade passende Körbchen aus, um auszuruhen. Aber ich muss doch immer ein Auge drauf haben, dass Herrchen oder Frauchen nicht aus Versehen die Terrassentür zumachen. Sonst muss ich doch wieder einschreiten und in Diskussion gehen. Die geschlossene Terrassentür ist für mich nur in der Nacht wirklich unbedenklich, denn da geh ich –außer in Not- und Sonderfällen- sowieso nicht raus.

Und zuweilen gibt es dann ja auch noch dieses weißes Zeugs, das vom Himmel fällt und manchmal auch überall rumliegt. So für sich betrachtet, wenn es sich auf mein schwarz-goldenes Fellchen setzt, sieht das ja bestimmt ganz hübsch aus, aber so richtig essen kann mans nicht, meine kleinen Pfötchen werden dann immer ganz kalt und wenn es mir dann in die Äuglein fliegt, muss ich immer blinzeln, damit ich wieder gut sehen kann. Das brauch ich nun wirklich nicht.

Wenn dann der Frühling kommt, dann finde ich das wieder sehr schön. Schon Wochen vorher ziehe ich schon mal Fellflocke für Fellflocke mein Unterfell aus. Da Gina und Woodstock mir das dann prompt nachmachen, sieht unsere Wohnhöhle immer so richtig hübsch gemütlich aus. Überall Fellflocken und ein paar überflüssige Langhaare sind natürlich auch dabei und alles schön gleichmäßig verteilt. Und das nicht nur in Hunderückenhöhe, auf den Teppichen und den Zimmerecken sondern wenn wir uns dann immer wieder ganz dolle schütteln, schaffen es diese sozusagen selbst gebastelten Dekoartikel auch mühelos in die ersten und zweiten Schranketagen. Ich finde gerade in dieser Zeit sieht es bei uns hundsgemütlich aus.

Frühling ist schön!

Was auch so richtig klasse ist, wenn der Frühling kommt, ist, dass der Tag dann schon viel früher anfangen kann. Schon in der ersten Morgendämmerung, fällt mir genau ein, was ich als erstes tuen will, z.B. im Hausrevier nachschauen, ob die Kleinfelltiere vielleicht gerade heute besonders unvorsichtig sind oder vielleicht ein Vogelei aus einem Nest gefallen sein könnte. Ich muss dann immer ein wenig Mühe investieren dem Frauchen dann klar zu machen, dass sich auch der menschliche Biorhythmus nahtlos zumindest an den Sonnenaufgang anpasst und wir dementsprechend früh aus dem Körbchen müssen. Und auch die Spaziergänge können jetzt ruhig viel länger sein und gerne auch öfter am Tag. Über die zunehmende Häufigkeit sind sich Gina, Woodstock und ich uns übrigens einig, nur dass Gina gar nicht immer so weite Runden gehen möchte sondern sich lieber ganz sinnig Näschen für Näschen in aller Ruhe durchschnuffelt.

Prima ist auch, dass bald an manchen Büschen im Garten so kleine rote sehr wohlschmeckende Bällchen für mich hängen, die ich dann geschickt und ausdauernd Mäulchen für Mäulchen abzupfe und verspeise. Auch die Grabetätigkeiten im Rasen und in den Blumenbeeten lohnen sich wieder. Gerade rund um diese stachligen Sträucher, die irgendwann ganz viele bunte Blüten haben könnt ich mich stundenlang drumherum fressen. Frauchen buddelt da nämlich im Frühjahr immer die leckeren und gut abgelagerten Hinterlassenschaften der großen Huffelltiere ein und so leicht in die Erde gearbeitet, schon ein wenig mit Kleinsterdbewohnern durchsetzt…mmmmmm ein echtes Feinschmeckerangebot.

Aber auch sonst ist die Speisekarte im Revier durch und durch abwechslungsreich und ich verbringe viel Zeit damit mich durchs Revier zu suchen, damit mir ja nicht irgendwo ein Häppchen entgeht. Den Sommer an sich, den finde ich auch schön! Eigentlich sind wir da immer und von früh bis spät draußen. Auch da gibt es genügend Heiaplätze für jeden Geschmack. Mal lass ich mich in der Sonne braten, bis mein Fellchen ganz, ganz warm ist…. Mal suche ich mir eine Hecke und ruhe mich im Schatten zwischen den Büschen aus. Ganz heimlich und gut versteckt an Stellen an denen nie ein Zweibeiner hinkommt habe ich mir seitdem ich hier wohne richtig schöne, tiefe, große Höhlen angelegt. Da passe ich komplett rein und bin dann ganz unter der Erde versteckt. Da habe ich mir richtige, kleine Schlafzimmer mit meinen eigenen Pfoten geschaffen.


Allerdings liegt da jetzt manchmal, wenn ich hinein will, schon der dicke Woodstock drin und dann ist mein Schlafzimmer überfüllt. Manchmal hilft er mir aber auch dabei, die Gänge breiter und die Höhle geräumiger zu machen und wer weiß, vielleicht passen wir irgendwann einmal auch zu zweit rein?


Was auch noch gut ist am Sommer ist, dass dauernd Zweibeiner zu Besuch kommen. Und wenn Zweibeinerbesuch kommt, dann gibt es Extra-Futter. Naja, nicht eigentlich für uns Fellnasen, aber wenn der Tisch dann gedeckt ist und alle so ganz gemütlich da rumsitzen, essen und blabla machen, dann pirsche ich mich an und sehe vorzugsweise den weichherzigsten Zweibeiner am Tisch flehendlich an. Wenn da keine Reaktion kommt, mache ich dann Schluckgeräusche oder seufze ganz deutlich. Und das kann ich ganz, gaaanz lange machen und auch sehr, seeehr intensiv. Mehr allerdings, so Dinge wie bellen oder stupsen, darf ich jedoch auch nicht machen, das weiß ich schon, denn dann gibt’s garantiert nix (ja, ja, das strenge Frauchen). Aber, habt mal keine Angst, denn das klappt früher oder später auch mit diesen kleinen, subtilen Signalen. Irgendwann fällt das erste Bröckchen zufällig zu Boden, irgendwann rutscht eine Zweibeinerhand wie zufällig unter die Tischkante und siehe da, welch Überraschung auch ganz zufällig ist denn da noch ein Schnipsel Brot, Kuchen oder sonst was drin. So richtig satt werde ich von diesen Kleinstmengen natürlich nicht, aber irgendwie packt mich diese Aufgabe auch bei meinem sportlichen Ehrgeiz…. Und ich kann Euch sagen: Ich habe noch jeden Zweibeiner rumgekriegt!!!

 Sommer im meinem Hausrevier!

Gina hat da so gar keine echten Ambitionen und bei Woody fehlt es noch ein wenig an dem taktisch-subtilen Vorgehen. Denn: Primitives Betteln am Tisch gehört sich nicht! Das weiß doch jede clevere Fellnase, dass jeder vernünftige Zweibeiner das weiß. Die Zweibeiner müssen sozusagen darauf gebracht werden, ganz von selbst was abgeben zu wollen. Und darin bin ich –ohne mich selbst loben zu wollen – einfach spitze!!!

Die einfach allertollste Jahreszeit für mich ist aber der Herbst. Da verwandelt sich unser Hausrevier geradezu in einen Tag und Nacht geöffneten Selbstbedienungs-restaurant. Mirabellen, Pflaumen, Birnen, Äpfel…. Und alles in Mengen, die noch nicht mal ich schaffe und dabei gebe ich mir echt Mühe. Allerdings sind Herrchen und Frauchen da auch mal wieder furchtbar blöd, denn immer da, wo es gerade am Schönsten und Reichhaltigsten wäre, ziehen die dann einen Zaun!!! Das ist obergemein!!!!

Klar habe ich mich da schon das ein oder andere Mal magenmäßig etwas übernommen und klar muss alles was vorne rein kommt hinten wieder raus und das bei Obst manchmal ganz oft, ganz schnell und irgendwie auch mitten in der Nacht und dann vielleicht auch nicht nur einmal…. Und nicht immer habe ich es dann geschafft Bescheid zu sagen, dass ich lieber mal raus müsste…..

Aber ist das alles ein Grund, dass ich sozusagen monatelang immer rund um die eingezäunten Obstbäume laufen muss, um vielleicht doch eine Lücke im Zaun zu finden? Nur gut, dass der Zaun auch mal aufgemacht wird, aber immer nur ganz kurz mal für eine Stunde oder so…. Ein wenig tröstet mich, dass das Obst der Saison dann aber doch irgendwie beim Frühstück und beim Abendessen in meinem Futternapf landet, allerdings nur in Mikrominiportionen.

Was im Herbst auch toll ist, ist dass diese ganzen Kleinfelltiere ständig anscheinend für Wintereinkäufe unterwegs sind und dabei nicht immer so gut auf stöbernde Fellnasen aufpassen. Und so habe ich meine herbstliche Speisekarte schon immer mal wieder mit einem kleinen Zwischendurch-Snack bereichern können.

Was ich übrigens immer und jederzeit und das ist dann auch ganz egal zu welcher Jahreszeit völlig unmöglich finde ist: Regen. Regnen müsste es jetzt mal meiner Meinung nach überhaupt nicht. Nicht, dass mich ein nasses Fell oder schlammige Pfötchen irgendwie stören würden. Das nun nicht, denn da tapst man einfach ein wenig im Haus umher und streicht an den Sofas entlang und schon ist alles wieder trocken… Das Problem ist ein anderes: wenn es regnet, regnet es mir in meine wunderschönen Stehöhrchen!!! Und das hasse ich! Dann muss ich die Öhrchen einklappen und mal ehrlich: wie sieht das denn dann aus? Und überhaupt, meine Öhrchen scheinen auf wundersame Weise mit meiner Rute verbunden zu sein und d.h., wenn ich die Öhrchen einklappe, dann klemmt sich auch meine Rute irgendwie fast zwischen die Hinterbeine und das ist wirklich nicht förderlich für eine gute Stimmung oder eine positive Lebenseinstellung, das kann man sich ja wohl auch als Zweibeiner denken. Und, dazu kommt, wenn ich die Öhrchen einklappe höre ich z.B. auf einem Spaziergang gar nicht mehr so gut, ob Frauchen oder Herrchen gerade in die Kekstasche greifen. Also ich kann nur sagen: Regen – Nein danke!

Viele Grüße Eure MALA