Gebt Tierheimhunden ein Zuhause


Was hatte Gina nun eigentlich?

Das Vestibularsyndrom tritt gänzlich ohne Vorwarnung auf, der betroffene Hund kann Minuten zuvor noch putzmunter gewesen sein. Es ist eine plötzlich auftretende Störung des kompliziert aufgebauten Gleichgewichtsorgans im Innenohr. Das Gleichgewichtsorgan übermittelt dem Gehirn die Position des Körpers im Raum, anhand dieser Informationen werden die Bewegungen des Körpers abgestimmt. Ist diese Orientierung im dreidimensionalen Raum gestört, kann das Gehirn die Bewegungen des Körpers nicht mehr entsprechend dessen Lage koordinieren, der Körper gerät aus dem Gleichgewicht. Bei Störung des Gleichgewichtssinnes sind also die Bewegung und das räumliche Empfinden gestört. Meistens tritt diese Störung bei älteren Tieren auf, ist jedoch auch bei jüngeren Tieren ist das Vestibularsyndrom nicht auszuschließen. Der Einfachheit halber wird das Vestibularsyndrom von Tierärzten häufig auch als "Schlaganfall" bezeichnet, die Symptome der beiden Krankheiten ähneln sich sehr. Es ist jedoch medizinisch nicht gleichzusetzen mit dem „richtigen“ Schlaganfall als Folge einer Durchblutungs-störung im Gehirn mit anschließendem Absterben von Hirnzellen. Zum Glück erholen sich viele Hunde bei dieser Form von einem „Schlaganfall“ oft innerhalb von wenigen Tagen. Meist ist schon am dritten Tag eine deutliche Besserung abzusehen und innerhalb von 14 Tagen verschwinden die Symptome so nach und nach. Manchmal bleibt eine kleine Schieflage des Kopfes oder eine kleine Gangunsicherheit zurück. Auf jeden Fall sollte natürlich eine Tierärztin oder ein Tierarzt hinzugezogen werden, die oder der den Verlauf medikamentös begleitet.




Typische Symptome:

Das für den Tierhalter Erschreckende an dieser Erkrankung ist, dass sie ganz plötzlich auftritt:

Der eben noch völlig normal erscheinende Hund fällt plötzlich um,
kann sich eventuell nicht mehr aus eigener Kraft erheben und
zeigt eine deutlich sichtbare Kopfschiefhaltung.


Oft haben die Tiere Mühe, geradeaus zu laufen, sie wirken wie Betrunkene, schwanken und erscheinen desorientiert,
einige Hunde laufen im Kreis.


Die Vorder- und Hinterhand scheinen nicht mehr miteinander zu „korrespondieren“.


Auffallend ist auch ein mehr oder weniger starkes unruhiges Schielen oder Augenflackern.


Durch die Gleichgewichtsstörungen ist dem Hund vielleicht schlecht, was durch Nahrungsverweigerung, Speicheln und Erbrechen sichtbar werden kann.


In milderen Fällen wollen die Hunde fressen und trinken, brauchen hierbei aber mitunter Hilfe, da durch den Schwindel der Weg zum Fressnapf oder dessen genaue Lokalisation schwierig wird.










Was Gina geholfen hat, wieder auf die Beine zu kommen:



Eine sachkundige Heilpraktikerin, die die schulmedizinische Behandlung naturheilkundlich unterstützt hat


Eine positive Atmosphäre, Ruhe und Zuspruch


Alle glatten Untergründe im Haus wurden mit rutschfesten Teppichboden ausgelegt


Es brannte immer Nachtlicht, damit ihr die Orientierung nicht noch durch Dunkelheit zusätzlich erschwert wurde

Mehrmals täglich Ohr- (Akupunkturpunkte) und Pfötchenmassage (Reflexpunkte)


Mehrmals täglich das Abstreichen des ganzen Körpers, damit die Zurückgewinnung des Körpergefühls unterstützt wird

Am Anfang mehrmals täglich Flüssigkeitsversorgung durch Maulspritze und Handfütterung von Kleinstmengen

 Mehrmals täglich frisch gekochte Hühnersuppe!!!!

Angemessene Bewegung an der frischen Luft, wobei sie am Anfang die Unterstützung einer Tragehilfe brauchte.

MALA, die sich rührend um Gina gekümmert hat. 

Dass die Tierärztin sofort kam und die richtige Diagnose gestellt hat