Gebt Tierheimhunden ein Zuhause


Hühnersuppe

Neulich in einer Winternacht
wurde ich um meinen Schlaf gebracht.

Die Flimmerkiste war längst aus
und alle waren schon zu Haus.

Eigentlich war es wie immer,
die Meute lag im Heiazimmer.

Das Frauchen sagte uns lieb „Gut Nacht“
und hat das Licht dann ausgemacht.

Es lag so völlig auf der Hand,
nun kam die Zeit fürs Träumeland.

Gina war wohl in ihrer Jugendzeit,
es hörte sich an, als hätte sie Streit.

Von Woody kam ein eifriges Wüffeln,
wahrscheinlich war er eine Spur am erschnüffeln.

Auch meine Äuglein fielen langsam zu
Und doch fand ich einfach keine Ruh.

Ich streckte mich hin, ich rollte mich her,
der Schlaf kam aber nur sehr schwer.

Mein Näschen schnuppert in die Luft,
wie ein Versprechen liegt da ein Duft.

Von köstlichen Dingen, ich kann es fast schmecken.
Das ist auch durch Müdigkeit kaum zu verstecken.

Ich lecke mit die Leftzen, ich muss sogar schlucken.
Doch nun ist`s Schlafenszeit, da lohnt nicht zu mucken.


Ich träume vom schönen Schlaraffenland,
wo überall betörende Hühnersuppe stand.

Gerade so in Mäulchenhöhe,
ganz deutlich ich´s vorm Auge sehe.

Doch gerade will ich mit dem Mahl beginnen,
da beginnen die Näpfe davon zu springen.

Ich hetze eifrig hinterher,
doch bald da seh ich gar nichts mehr.

Ich wache nun auf, ich bin sehr enttäuscht
Jetzt ist mir die Hühnersuppe entfleucht.

Doch was ist das, ich bin doch nun wach:
Der Duft ist noch da, dem gehe ich nach.

Nichts hält mich in meinem Körbchen mehr,
die Hühnersuppe muss nun her.

Ich tapse leise in die Küche
Im Dunkeln steht sie, die gewisse

Hühnersuppe groß und prächtig
in einem Topf am Herd ganz mächtig.

Es gibt sie tatsächlich, ich kann sie nun sehn,
aber wie komm ich da ran, wie soll das gehen?




Herd, Schrank und Tisch sind für uns Hunde tabu,
sonst gibt’s nur Ärger, das ist völlig klar im Nu.

Damit ich an die Suppe komm,
brauch ich das Frauchen, das weiß ich schon.

Die liegt da und schläft und findet das schön,
wie, lieber Keks, soll das nun wohl gehen.

Zurück ins Körbchen und überlegen,
welcher Trick käme mir nun gelegen.

Ich könnte natürlich einfach warten,
bis es Frühstückszeit ist und dann starten.

Aber gefühlt ist es ewig noch hin
und die Suppe steckt mir jetzt in dem Sinn.

Für was haben wir Nachtdienst hier im Haus?
Ich nehms jetzt mal sportlich und forders heraus.

Ich beginne mit gähnen und schmatzen,
vielleicht bringt dies Frauchen schon auf die Tatzen.

Leider macht sie noch Schlafgeräusche,
und ich glaube nicht, dass ich mich da täusche.

Also bringe ich jetzt fiepsendes Klagen:
„Hey, Frauchen hör mal, ich muss Dir was sagen.“

Da, sie wacht auf und natürlich sie denkt,
dass ein dringendes Bedürfnis mich lenkt.


Schnell aus dem Bett, die Terrassentür auf,
ich tu so als ob und in den Garten ich lauf.

Rasch kehr ich zurück, sie macht die Tür zu,
nun nur sie nicht kommen lassen zur Ruh.

Ich schmeiß mich ins Körbchen, dass knarzt dann so schön
und laut kann das sein – ein Phänomen.

Ich ruschel und gruschel mit ganz viel Krach
und seufze und stöhne, bald sind alle wach.

Woodstock brummelt und gähnt,
von Gina hör ich, wie sie sich dehnt.

Freunde hört zu, mit Schlaf ist vorbei,
Hühnersuppe wartet auf uns drei.

Das brauch ich natürlich nicht zweimal sagen,
Hühnersuppe schafft in jedem Hundebauch Behagen.

Gemeinsam bringen wir uns in Position,
vor Frauchens Bett – sie ahnt es schon.

Schwankt wohl ganz kurz zwischen schimpfen und lachen,
aber dann steht sie auf, uns die Freude zu machen.

Ob ihrs glaubt oder nicht, so wahr es hier steht
Hühnersuppe um 5.00Uhr morgens, ganz ehrlich das geht!


Eure MALA