Gebt Tierheimhunden ein Zuhause

Hallo liebe Leute,

weil wir ja gerade mal so ganz unter uns sind und sich gerade mal gar nix neues hier tut, will ich Euch mal eine meine kleiner Schwächen verraten:

Ich bin eitel! Ja, das habt ihr ganz richtig gelesen. Kaum zu glauben, dass mir bei meinem doch sehr vielfältigen Aufgabenbereichen noch die Zeit dazu bleibt.

Aber auch ich muss ja Prioritäten setzen und kann mich nicht immer nur um andere kümmern. So zwei- bis dreimal am Tag nehme ich mir eine Auszeit von all meinen Pflichten und kümmere mich nur um sich selbst und meine Körperpflege. Nein, nicht, dass ihr an so böse Dinge denkt, wie Leckekzem oder zielloses manisches Rumkratzen, wie so manch andere Fellnase. Ich möchte da ja keine Namen nennen, aber Woody z. B. …... der kratzt und leckt sich ständig völlig planlos irgendwo und das ist manchmal sogar so laut, dass es mich und Gina beim Schläfern und Relaxen stört.

Bei mir ist das ganz anders: Ich sehe einfach gerne gepflegt aus und ganz besonders wichtig ist mir dabei ein sauberes und glänzendes Fell. Und ohne mich selbst zu loben oder zu übertreiben: Mein Fell ist echt ein Traum: dicht und puschelig wie Nickiplüsch im Winter und im Sommer ein Kleid wie aus feinster Seide. Das war nicht immer so. In meinen Kindertagen und in meiner Jugendzeit in diesem schrecklichen Hundegefängnis, in dem ich groß geworden bin, wurde mein Fell von ekligem Ungeziefergetier regelrecht heimgesucht. Ich sah im wahrsten Sinne des Wortes völlig mottenzerfressen aus und an manchen Stellen, da kann ich wirklich nur noch mit Schaudern daran zurückdenken, hatte ich gar kein Fell mehr auf der Haut und auch diese Haut war voll mit Geschwüren und Blessuren. Das ging sogar soweit, dass an meinem linken Pfötchen nicht nur die Haut völlig weg war, sondern sich sogar das Fleisch darunter entzündete und wegeiterte. Eine zeitlang konnte ich da bis auf meine blanken Knochen sehen. Mal abgesehen von der Optik, hat das natürlich auch alles tüchtig geschmerzt. Aber genug davon, heute ist das ja alles längst finsterste Vergangenheit und nur ein wenig Fellfehlfarbe an diesem Vorderlauf erinnert noch daran. Heute ist das alles anders und es ist wirklich nicht unbescheiden zu sagen, dass das nicht nur mein Eindruck ist. Immer wieder, wenn wir Familienbesuch bekommen oder Herrchen und Frauchen mit uns ausgehen und wir andere Menschen treffen, höre ich, wie diese sagen: „Was für ein hübscher Hund, wie gesund sie aussieht und was für ein glänzendes, dichtes Fell.“ (Manchmal sagen sie allerdings auch: „Die hat ja gar keine Zähne…), das könnten sie sich sparen, das weiß ich selber. Die Zähne habe ich mir leider in diesem Scheißhundegefängnis systematisch kaputtgemacht, weil ich wochenlang versucht habe das Gitter durchzunagen. Aber, für alle die es nicht wissen sollten: Auch ohne Zähne lebt es sich prima, wenn das Futter stimmt und da sorgen Herrchen und Frauchen schon dafür! So, ätsch!!!

So einen bewundernswerten Hundepelz  bekommt man natürlich nicht von ungefähr. Zum Einen scheint es irgendwie auch mit dem Futter zusammenzuhängen, aber wahrscheinlich viel wichtiger ist eben, dass ich doch peinlich genau darauf achte, dass kein Ästchen, Blättchen, keine Spelzen und keine Erdkrümel sich festsetzen können. Und auch, wenn so lose Haare irgendwo an mir rumhängen, suche ich sie sorgfältig ab (das geht auch ohne Zähne). Und ziemlich bald, nachdem ich in meine Familie kam und mich überhaupt getraut habe mich von Herrchen oder Frauchen anfassen zu lassen, habe ich gemerkt, dass diese nicht nur mit ihren Händen, Fingern oder Fingernägeln (ich mag es, so ganz sanft an meinem hinteren Teil gekratzt zu werden) zu meiner Fellpflege taugen, sondern dass es da auch so verschiedene Arten von Handverlängerungen gibt, die die gewünschte Ordnung in mein Fell bringen. Da gibt es welche mit so vielen kleinen spitzigen Zähnen, wenn Frauchen mit diesem Ding übers Fell streicht, dann lösen sich nicht nur die überflüssigen Haare, nein dann prickelt meine Haut danach auch ganz schön. Und da gibt es noch so ein Gummiding, da wird mir beim bürsten immer überall ganz warm und behaglich. Ich verstehe da Gina mal ausnahmsweise überhaupt nicht, die sich immer versucht zu verstecken, wenn Frauchen mit so einer verlängerten Streichel-Putz-Hand auftaucht.  Wenn Frauchen dann ihren strengen Tag hat, wird Gina aus ihrer Deckung gelotst und eben gebürstet, obwohl sie dann Gesichter macht, als ob sie entweder gerade schrecklich gequält würde oder als ob sie Frauchen am liebsten gar nicht mehr sehen wollte. Aber hier sieht man auch mal wieder, wie gut Gina und ich uns ergänzen. In so einer Situation warte ich schlauerweise einfach ein wenig ab, denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass meine Strategie nicht klappt, wenn ich zu früh starte. Wenn Frauchen also schon einige ziemlich genervte Geräusche von sich gibt – und das geht ziemlich schnell, dann kommt mein Auftritt, indem ich mich immer näher an die beiden randrängel und mich möglichst nahe an die Bürste schiebe. Gina schleicht sich dann meist unauffällig weg und et voila, jede (außer Frauchen) hat das, was sie wollte: Gina ihre Ruhe und ich eine weitere Portion Körperpflege und meist auch bewirkt, dass Frauchens Laune sich schlagartig bessert, was unter uns gesagt, nie von Schaden sein kann.

Dass sich da ins Fell kein Fremdgetier einnisten kann, dafür sorgt Frauchen ganz regelmäßig mit stinkenden Tröpfchen. Diese Tröpfchen mag ich eigentlich nicht so gerne, aber das ist wohl nicht so verkehrt, denn dass sich an meine Haut mal etwas krabbeliges Saugendes verirrt ist äußerst selten. Und ich weiß ja, dass Frauchen so für mich unangenehme Dinge nur macht, wenn es irgendwo auch gute Seiten hat.

Ansonsten hat Frauchen aber gar keine Arbeit mit meinem Pelz, denn ich habe noch eine Menge Tricks auf Lager, die zur Fellpflege dienen. So schubbere ich mich täglich an alten knarzigen Büschen, die in unserem Revier zu Hauff einfach so bereitstehen. In jeder beliebigen Höhe und in allen Stärken. Da kann ich mir je nach Lust und Laune den passenden Strauch aussuchen und mich daran lang schlängeln, sodass die Äste überall hinkommen. Wenn es gerade mal geregnet hat, ist das wirklich auch noch sehr erfrischend und mein Fell strömt dann so einen behaglichen Geruch aus. Manchmal ist mir auch eher nach einer sanfteren Ganzkörpermassage zu Mute und dann muss ich nur aufpassen, das Frauchen mal abgelenkt ist oder besser noch außer Haus. Dann schleich ich mich in so ein kleines Zimmer hinter unserer gemeinsamen Schlafhöhle. Dort hat Frauchen ihre verschiedenen Ausgehfelle auf so einen Ständer aufgehängt, sodass die gerade die richtige Höhe haben, wenn ich mich daran lang reibe. Gut ist auch, dass man danach genau sieht, dass ich das Körperpflegeangebot angenommen habe, denn die meisten Ausgehfelle von Frauchen sind dunkel und mein Pelz ist von einem wunderschönen gold-braun. Und das sieht man dadurch wirklich ganz wunderbar. Und auch so ein paar Duftpartikel aus meinem Fell vermischen sich dann mit Frauchens Ausgehfellen, sodass sie immer an mich denken muss, wenn sie mal wieder außer Haus eine Rede reden muss oder in so einer überflüssigen Bla-bla-Runde sitzt. Bestimmt freut sie sich dann, wenn sie kleine Fellflöckchen von der schwarzen Ausgehhose pflücken kann oder ihr der bekannte Maladuft in die Nase steigt. Obwohl, wenn ich mal so drüber nachdenke, so richtig gelobt dafür hat sie mich noch nicht und genauso genommen schickt sie mich auch immer aus diesem kleinen Zimmer, wenn wir uns da mal treffen???

Meine Öhrchen, meine Äuglein und mein Näschen kann ich übrigens ganz alleine saubermachen, da bin ich schon ein wirklich großes Mädchen. Ich muss einfach ein wenig Spucke auf meine Vorderläufe machen, diese mit der Zunge gut verteilen und dann einfach durchs Gesicht fahren. Und dass dann mehrmals hintereinander und schon ist auch hier Alles sauber und glänzt völlig staub- und schlierenfrei. Hallo… wer hat da was von Katze gesagt??? Das habe ich mir ganz alleine beigebracht, ohne Katze und Gina kann das auch nicht und Woodstock… Na darüber brauchen wir ja wohl kaum reden, der ist doch ein Kerl. Ich bin einfach etwas ganz Besonderes!

 

Mal sehen, vielleicht denke ich noch mal ein bisschen nach, ob ich sonst noch was von mir persönlich verraten werde.

 

Eure Mala